Netzhängematte

Die Netzhängematte ist die älteste und ursprüngliche Variante der Hängematten. Schon vor etwa 1000 Jahren wurde sie von den Maja entwickelt und hergestellt. Die Maya nutzten sie damals nicht nur als Schlafplatz, sondern auch als Fischernetz. Noch heute ist die Netzhängematte sehr beliebt.

Hier will ich erklären, warum sie so unglaublich bequem sind, welche Vor- und Nachteile sie gegenüber anderen Hängematten haben und für wen sich der Kauf lohnen könnte.

Worauf sollte man beim Kauf einer Netzhängematte achten?

Einige Punkte sollte man beim Kauf unbedingt beachten. Diese wollen wir im Folgenden kurz aufführen.

  • Herkunftsland (sehr wichtig!)
  • Länge
  • Belastbarkeit
  • Material

Besonders wichtig ist bei einer Netzhängematte das Herkunftsland. Bis heute werden die traditionellen Netzhängematten nämlich beinahe ausschließlich in Mexico gefertigt. Varianten aus asiatischer Herkunft sind zwar eventuell billiger, aber qualitativ in keinster Weise mit den „Originalen“ zu vergleichen. Grund dafür ist die sehr alte und komplizierte Knüpftechnik, die bis heute so nur in Mexico umgesetzt wird. Diese Knüpftechnik wird auch als Mallas bezeichnet und beschreibt ein feines, knötchenfreies Netz.

Die Länge ist ebenfalls wichtig, vor allem wenn es um das Befestigen der Hängematte geht. Für die Bequemlichkeit ist allerdings eher die Breite entscheidend, da man in Netz- und in Tuchhängematten immer diagonal liegen sollte. Die Breite ist bei den lockeren Netzgeweben im Gegensatz zu den festen Stoffen der Tuchhängematten aber niemals fix. Die Netze sind durch ihre lockere Knüpfart sehr flexibel und lassen effektive Breiten zu, von denen man in einer Tuch- oder Stabhängematte nur träumen kann.

Das Material der Netzfäden ist nicht ganz unwichtig: Besonders bequem sind Netze aus Baumwollfäden, aber auch wetterfeste Kunstfasern, die beständig gegen Regen und Sonne sind, werden von einigen (wenigen) Herstellern angeboten.

Netzhängematten im Test

Alle Netzhängematten, die ich eigenhändig einem Test unterzogen habe, findest du im Folgenden. Mit einem Klick gelangst du zu dem jeweiligen Testbericht.

So liegt man in einer Netzhängematte

Ein Fehler, den viele Anwender immer wieder machen: Sie liegen schlicht und einfach falsch in ihrer Hängematte. Dabei ist der Trick ganz einfach: Diagonal liegen, statt einfach der Länge nach. Das ist besonders bei Netzhängematten wichtig, da das Netz nur in der Breite flexibel ist und somit bei diagonalem Liegen eine optiale Anpassung an die Form des Körpers erlaubt. Nur dann kann sich jeder Muskel im Körper richtig entspannen.

Richtig liegen in der Hängematten: DIagonal statt der Länge nach
Diagonal liegen statt der Länge nach

Die feinen und flexiblen Netze sorgen im Gegensatz zu jeder anderen Hängemattenart für ein nochmal deutlich bgesteigertes Komforterlebnis. Beim diagonalen Liegen sinkt außerdem auch die Gefahr, aus der Hängematte heraus zu fallen. Wer richtig liegt, kann die Netzhängematte auf äußerst bequeme Art für ein Nickerchen oder gar zum Schlafen nutzen.

Pflege von Netzhängematten

Risse im Netz vermeiden

Die geknüpften Netze bestehen aus eine riesigen Anzahl von geknüpften Fäden aus Baumwolle oder Kunstfasern. Die einzelnen Fäden sind allerdings so dünn, dass sie für sich genommen nicht viel Gewicht tragen und auch sonst kaum einer Belastung standhalten können. Nur in der Masse deser Fäden wird die Netzhängematte so stabil und trägt je nach Hersteller 200, 300 oder sogar bis zu 400 kg – viel mehr, als eine brasilianische Tuchhängematte tragen kann.

Da die einzelnen Fäden allerdings so empfindlich sind, sind die Größten Feinde der Netzhängematte Hosenknöpfe, Reißverschlüsse, andere spitze Gegenstände oder auch Katzen. Deshalb gilt die Grundregel: Netzhängematten sind nichts für Jeanshosen mit Knöpfen am Hintern oder Haushalte mit spielfreudigen, jungen Katzen.

Sollte dennoch einmal ein Faden reißen, ist das nicht direkt ein Beinbruch. Die Gewebe von netzhängematten sind so gebaut, dass ein einzelner Riss nicht die gesamte Hängematte zum Versagen bringt. Häufen sich allerdings die Risse, kann es durchaus zu Problemen kommen.

Deshalb sollten eventuelle Beschädigungen möglichst sofort repariert werden. Gerissene Fäden lassen sich mithilfe eines einfachen Knotens wieder flicken.

Netzhängematte waschen

Eine Netzhängematte hat nichts in der Waschmaschine verloren. Besonders Baumwollfäden würden dadurch so stark angegriffen, dass spätere Schäden nicht auszuschließen sind. Netzhängematten sind aber ohnehin weder für Flecken noch für Schweiß besonders anfällig. Das luftige Netzgewebe sorgt nämlich stehts für ausreichende Belüftung am Körper.

Besondere Netzhängematten Modelle

Mexikanische Netzhängematte

Wie Eingangs schon erwähnt, kommt es bei der Netzhängematte besonders auf die Herkunft an. Die „echte“ Variante ist immer die mexikanische Netzhängematte, die nach alter Mayatradition geknüft ist und über besonders feine Maschen aus weichen Baumwollfasern verfügt. Die Mexikanische Netzhängematte wird liebevoll auch „regalo de los dioses“, also „Geschenk der Götter“ genannt.

Die Besonderheit ist im Gegensatz zu anderen Hängematten, dass die bunten Netze komplett in langwieriger Handarbeit geknüpft werden. Das ist ganz schön viel Arbeit. Deshalb ist es kein Wunder, dass ganze Gebiete in Mexico von der Herstellung traditioneller Netzhängematten leben.

Wetterfeste Netzhängematte oder Seilhängematte

Vereinzelte Hersteller (z.B. MacaMex) bieten auch Netzhängematten an, die aus wetterfestem Polyestergarn geknüpft sind. Solange diese nach mexikanischer Knüpfart hergestellt sind, spricht da nichts gegen. Ein solches Modell wäre z.B. diese mexikanische Netzhängematte*.

Dann gibt es außerdem noch wetterfeste, aber deutlich gröber hergestellte Hängematten mit Netzgewebe. Diese groben Maschen sind bei weitem nicht so bequem wie die feinen mexikanischen Varianten aus Baumwollstoff, dafür aber eben witterungsbeständig. Die eigentlich korrekte Bezeichnung dieser Hängemattenart ist Seilhängematte. Mit der mexikanischen Version haben diese Seilhängematten kaum Gemeinsamkeiten, weshalb wir sie auch nicht empfehlen würden. Besser ist es, eine hochwertige Netzhängematte aus Baumwollstoll zu kaufen, und diese bei Regen ins Trockene zu retten.

Netz- und Seilhängematten mit Stab

Grobe Netz- und Seilhängematten sind meistens mit einem Spreizstab ausgestattet, so dass diese Hängematten schon eher zum Typ der Stabhängmatte gezählt werden können. Besonders beliebt sind diese Modelle in Nordamerika.

Vor- und Nachteile einer Netzhängematte

Nun wollen wir noch einmal übersichtlich zusammenfasssen und ergänzen, was die wichtigsten Punkte sind, die für oder gegen den Kauf einer Netzhängematte sprechen.

Vorteile

  • Netz passt sich perfekt an den Körper an
  • extrem breite Liegefläche
  • viel leichter als eine Tuchhängematte
  • mexikanische Netzhängematten sind knotenfrei
  • lässt angenehme Kühlung zu, wenn es heiß ist

Nachteile

  • relativ anfällig für Beschädigungen durch Hosenknöpfe oder Katzen
  • wärmt nicht, wenn ein kalter Wind weht
  • im Normalfall nicht besonders wetterfest

Fazit

Die Netzhängematte (vor allem die mexikanische aus feinen Baumwollfäden)  ist genau dann die richtige Wahl, wenn man sich die bequemstmögliche Alternative unter den Hängematten zulegen möchte. Vor allem im Sommer im Garten (wenn es heiß ist) oder auch zum Schlafen ist sie die perfekte Variante.

Besitzer Spielfreudiger Katzen sollten vom Kauf allerdings absehen, da die Fäden sehr empfindlich gegen spielende Tiere (oder auch Hosenknöpfe) sind.