In der HĂ€ngematte schlafen: Ein Selbstversuch

Schlafen in der HĂ€ngmatte

Immer wieder denken Menschen darĂŒber nach, das eigene Bett (zumindest hin und wieder) durch eine HĂ€ngematte zu ersetzen. Dabei herrscht eine große Unsicherheit: Schadet das Schlafen in der HĂ€ngematte nicht dem RĂŒcken? Und wie liegt man eigentlich richtig in der HĂ€ngematte?

Diese und weitere wichtige Fragen will ich hier beantworten. Und da ich nicht nur theoretisch erklĂ€ren möchte, wie es geht, habe ich außerdem einen kleinen Selbstversuch gestartet: Ich habe eine Woche durchgehend in der HĂ€ngematte geschlafen und ĂŒber meine Erfahrungen hier ausfĂŒhrlich berichtet.

Kann man in der HĂ€ngematte schlafen?

Um die wichtigsten Frage direkt zu Beginn zu beantworten:

  • Ja, man kann in der HĂ€ngematte schlafen
  • Nein, es ist nicht unbedingt schlecht fĂŒr den RĂŒcken
  • Ja, man schlĂ€ft durch das Schaukeln schneller ein

Das sind sehr polarisierende Aussagen, die natĂŒrlich von Person zu Person unterschiedlich sein können. Deshalb gehe ich auf alle Fragen im Verlauf noch weiter ein. Im Folgenden will ich erstmal die Rahmenbedingungen fĂŒr einen erholsamen Schlaf in der HĂ€ngematte abstecken.

Die richtige HĂ€ngmatte…

UnerlĂ€sslich fĂŒr einen angenehmen und gesunden Schlaf ist eine passende HĂ€ngematte. Dabei gibt es einige wenige Punkte zu beachten.

…ist keine StabhĂ€ngematte

Entgegen der ersten Intuition vieler Menschen, zu einer StabhÀngematte zu greifen, solltest du genau das nicht tun!

Warum so viele Leute denken, dass die StabhĂ€ngematte eine gute Wahl ist, ist relativ schnell erklĂ€rt: Das liegt daran, dass sie einer klassischen Matratze zumindest optisch am nĂ€chsten kommt. Aber dennoch ist sie die am wenigsten geeignete HĂ€ngematte, um darin zu nĂ€chtigen. Denn: StabhĂ€ngematten sind eher instabil. Sie wackeln viel hin und her (ich meine hier das unangenehme Wackeln, nicht das angenehme Schwingen) und man kann deutlich leichter aus ihnen herausfallen. Um darin zu ĂŒbernachten, sind sie also nicht geeignet.

…ist groß, weich und korrekt aufgehangen

Die perfekte HĂ€ngematte zum Schlafen ist nicht fĂŒr jeden Menschen die gleiche. Die Wahl der HĂ€ngematte hĂ€ngt nĂ€mlich vor allem von zwei Punkten ab: Deiner KörpergrĂ¶ĂŸe und der Umgebungstemperatur. Dazu kommen dann natĂŒrlich noch persönliche Vorlieben.

Generell kann man sich aber die folgenden Punkte merken, die eine HĂ€ngematte erfĂŒllen sollte:

  • Sie sollte so groß wie möglich sein
  • Ein weicher Stoff oder ein Netzgewebe aus Baumwolle sind ideal
  • Sie muss richtig befestigt sein

In Mexiko greifen die meisten Menschen zur NetzhĂ€ngematte, die sich dem Körper extrem gut anpasst und fĂŒr eine maximale Entspannung der Muskeln wĂ€hre des Schlafes sorgt. Außerdem belĂŒftet die NetzhĂ€ngematte den Körper runherum und sorgt somit dafĂŒr, dass man nicht so schnell ins Schwitzen kommt. Das ist natĂŒrlich vor allem bei heißen Temperaturen von Vorteil, die in mitteleuropĂ€ischen LĂ€ndern eher selten vorkommen.

In Brasilien ist die TuchhĂ€ngematte das beliebtere Modell. Die BelĂŒftung ist hier nicht so gut und außerdem passt sich die TuchflĂ€che nicht so gut dem eigenen Körper an, wie das flexible Netzgewebe. DafĂŒr wird es in der TuchhĂ€ngematte aber auch nicht ganz so schnell kalt und die HĂ€ngematte ist insgesamt stabiler.

Ist Schlafen in der HĂ€ngematte schlecht fĂŒr den RĂŒcken?

Das ist die meistgestellte Frage, wenn es um die Übernachtung in der HĂ€ngematte geht. Nur wenige Menschen glauben daran, dass man in HĂ€ngematten gut und rĂŒckenschonend schlafen kann. Oft höre ich dann SĂ€tze wie „…aber man liegt doch total krumm!“ oder „…das kann doch nicht gesund sein!„.

Wenn du auch Angst vor RĂŒckenproblemen hast, wenn du in einer HĂ€ngematte schlafen willst, kann ich dich erstmal beruhigen. Denn: In SĂŒdamerika, vor allem in Mexico und Brasilien (den HeimatlĂ€ndern der HĂ€ngematte) schlafen auch heute noch extrem viele Menschen in HĂ€ngematten – und zwar völlig ohne RĂŒckenprobleme. Studien zeigen, dass in Völkern, in denen ein Großteil der Menschen in HĂ€ngematten ĂŒbernachtet, RĂŒckenprobleme nicht öfter auftreten als in Kulturen, in denen eher im Bett geschlafen wird. Dass die HĂ€ngematte der einzig relevante Faktor ist, waage ich aber zu bezweifeln.

Auch hierzulande und in den USA schlafen viele Menschen immer wieder in HĂ€ngematten. Vor allem im Camping-Bereich ist die HĂ€ngematte inzwischen eine beliebte Alternative zum Zelt geworden. Auch dort gibt es nur selten Beschwerden ĂŒber RĂŒckenprobleme.

Aber: RĂŒckenprobleme sind immer eine sehr individuelle Angelegenheit. Nicht jeder RĂŒcken ist gleich, nicht jeder Schmerz entsteht an der selben Stelle. Du solltest also immer selber in Ruhe ausprobieren und im Zweifel auf deinen Körper (anstatt auf mich) hören. Lass dir allerdings ruhig mal ein paar NĂ€chte Zeit, um dich an den eher ungewohnten Schlafort zu gewöhnen. Ich habe, wie sich unten im Selbstversuch zeigt, mit dem Schlafen in der HĂ€ngematte trotz vorher bestehender RĂŒckenprobleme gute Erfahrungen gemacht.

Um RĂŒckenprobleme wirklich zu verhindern, sollte die HĂ€ngematte allerdings zunĂ€chst mal im korrekten Winkel befestigt sein…

Der richtige Winkel zum Befestigen

Eine HĂ€ngematte sollte im richtigen Winkel zurm Horizont befestigt sein, damit sie nicht zu sehr durchhĂ€ngt. Denn nur wenn die HĂ€ngematte ausreichend straff gespannt ist, kann man rĂŒckenschonend und relativ gerade in ihr liegen.

Ein guter Erfahrungswert sind etwa 30° Winkel zwischen AufhĂ€ngung und der Horizontalen. In der folgenden Grafik ist der gemeinte Winkel nochmal genauer gezeigt. Die 30° sind natĂŒrlich nur ein Richtwert fĂŒr den Start. Hier darf nach eigenem Empfinden ruhig etwas rumgespielt werden.

Der Winkel zwische HĂ€ngematte und Horizontaler
Der Winkel zwischen HÀngematte und der Horizontalen sollte etwa 30° betragen

Wenn die HĂ€ngematte richtig hĂ€ngt, dann solltest du darauf achten, dich richtig in die HĂ€ngematte hinein zu legen, um rĂŒckenschonend zu schlafen…

Wie liegt man richtig in der HĂ€ngematte?

Immer wieder wird gefragt, wie man in einer HÀngematte eigentlich richtig liegt. Intuitiv liegen viele Menschen nÀmlich einfach der LÀnge nach in der HÀngematte, was allerdings nicht richtig ist.

Um bequem und vor allem auch rĂŒckenschonend in der HĂ€ngematte liegen zu können, sollte man sich diagonal hineinlegen. Das sorgt sehr verlĂ€sslich dafĂŒr, dass der RĂŒcken deutlich weniger gebeugt ist und somit geschont wird. Wenn du dich fĂŒr eine ausreichend große HĂ€ngematte entschieden hast, sie im richtig Winkel befestigst und dann noch korrekt darin liegst, dann wird dein RĂŒcken eine beinahe gerade Form annehmen.

Richtig liegen in der HĂ€ngematten: Diagonal statt der LĂ€nge nach
So liegst du richtig in der HĂ€ngematte

Die Umgebungstemperatur

Die HĂ€ngematte ist als Schlafplatz in SĂŒdamerika auch deshalb so beliebt, weil sie im Gegnsatz zu einer Matratze den Körper rundherum belĂŒftet. Besonders NetzhĂ€ngematte lassen jede Menge Luft an den Körper und verhindern so das Schwitzen sehr effektiv.

Das Problem ist hierzulande aber, dass die Temperaturen hier in der Regel lange nicht so hoch sind. Wer bei eine kalten Umgebungstemperatur schlĂ€ft, kĂŒhlt von unten schnell aus, was zum einen unangenehm ist und zum andern auf Dauer auch zu RĂŒckenbeschwerden fĂŒhren kann.

Die Umgebungstemperatur sollte daher entweder rund 22° C nicht unterschreiten, oder aber du musst doch von unten isolieren, indem du (je nach Temperatur) eine Unterlage in die HĂ€ngematte einlegst, in einem Schlafsack ĂŒbernachtest oder eine andere Isolierung, z.B. in Form eines sogenannten Under Quilts, wĂ€hlst.

Die HĂ€ngematte eignet sich daher vor allem im Sommer als Schlafplatz, wenn die Temperaturen dazu einladen, sich rundherum kĂŒhl halten zu wollen. Wenn einmal die passende AusrĂŒstung vorhanden ist, kann man natĂŒrlich rund ums Jahr in der HĂ€ngematte schlafen. Und zwar Indoor und Outdoor.

Schaukeln sorgt fĂŒr einen schnellen Schlaf

Mehrere internationale Studien haben gezeigt, dass das Schaukeln in der HĂ€ngematte dafĂŒr sorgt, dass Menschen schneller einschlafen und der Schlaf tiefer wird. Nachlesen kannst du das hier, hier oder hier. Wie solche Ergebnisse zustandekommen kannst du hier sehen.

Ich kann das aus eigener Erfahrung bestĂ€tigen. Ich schlafe zwar ohnehin recht leicht ein, aber schaukelnd geht das nochmal schneller. Allerdings gibt es da bei mir eine Ausnahme, wie ich kĂŒrzlich feststellen musste: Betrunken in der HĂ€ngematte schlafen war (bei mir) eine schlechte Idee. Wenn sich das Schaukeln mit dem inneren Drehwurm kombiniert, wird es schnell unangenehm… 😉

Manche Menschen leiden ĂŒbrigens unter sehr starker Seekrankheit, bei vielen tritt dies allerdings nicht in der HĂ€ngematte auf. Falls das bei dir doch so ist, ist das sicherlich ein Punkt, der gegen eine HĂ€ngematte spricht.

Mein Selbstversuch: Eine Woche in der HĂ€ngematte schlafen

Um selber zu prĂŒfen, wie es mir nach einer Woche mit einer HĂ€ngematte als Bettersatz geht, habe ich ein kleines Experiment gestartet. Ich werde insgesamt 7 NĂ€chte in verschiedenen HĂ€ngematten schlafen und meine Erfahrungen hier niederschreiben.

Das Experiment findet ĂŒbrigens drinnen statt. Mir ist bewusst, dass viele Menschen vor allem draußen als Zeltersatz in einer HĂ€ngematte schlafen, aber darum soll es in diesem Experiment erstmal nicht gehen. Relevant ist das vor allem im Bezug auf die Umgebungstemperatur beim Schlafen.

Zu meiner Person: Ein paar Dinge zu mir vorweg, die eventuell fĂŒr dich interessant sein können: Ich bin ein eher großer Mensch. Genauer gesagt messe ich 2,01 m und bin damit eigentlich auf HĂ€ngematten in ÜbergrĂ¶ĂŸen angewiesen, um darin richtig diagonal liegen zu können.

Außerdem habe ich seit mittlerweile rund 4 Jahren RĂŒckenprobleme im Bereich der LendenwirbelsĂ€ule, die wohl vor allem meinem relativ einseitigen Tagesablauf als Student und unbequemen Sitzgelegenheiten im Hörssal geschuldet sind. Auch deshalb fand ich das Experiment interessant, um herauszufinden, inwiefern die alternative Schlafgelegenheit meine RĂŒckenschmerzen beeinflusst.

Die erste Nacht

In der HĂ€ngematte schlafen: Nacht 1
Das „Equipment“ der ersten Nacht: Colibri Padded und normale Bettdecke

In der ersten Nacht meines Experimentes wollte ich direkt einen Test der Colibri Padded HĂ€ngematte von La Siesta durchfĂŒhren. Dabei ging es mir besonders um die Isolation der HĂ€ngematte, weshalb ich bei ca. 15° C Außentemperatur bei vollstĂ€ndig geöffneten Fenstern genĂ€chtigt habe. Mein Zimmer ist dabei ĂŒber Nacht bis auf etwa 18° C heruntergekĂŒhlt. Das mit der Isolation hat auch prima geklappt, zu keiner Zeit wurde es von unten kalt.

Ansonsten waren die Erfahrungen der ersten Nacht ehrlich gesagt weniger gut. Die Colibri Padded misst lediglich 250 x 150 cm und ist damit fĂŒr mich als großen Menschen eigentlich deutlich zu klein. Ich hatte keine Möglichkeit mich so richtig bequem in der Diagonale hinzulegen.

Da ich das ganze Experiment auch noch im Zeitraffer gefilmt habe und dafĂŒr wenigens etwas Licht angelassen habe, konnte ich außerdem etwas schlechter Einschlafen als sonst. In der ersten Nacht habe ich also Abends noch relativ lang ferngesehen, bis ich wirklich mĂŒde war. Danach habe ich von ca. 02:00 Uhr bis 6:30 Uhr sehr gut durchgeschlafen, bis es richtig hell wurde. Hier seht ihr das Video im Zeitraffer. Sorry fĂŒr die QualitĂ€t, ich musste es kĂŒnstlich aufhellen, was fĂŒr extremes Bildrauschen gesorgt hat:

Danach (das muss ich zu meiner Schande gestehen) bin ich nochmal fĂŒr 2 Stunden ins Bett umgezogen und habe im abgedunkelten Raum weiter geschlafen. Meinem RĂŒcken ging es trotz der suboptimalen Haltung am nĂ€chsten morgen gefĂŒhlt besser als nach einer Nacht im Bett. Das kann allerdings auch einfach Zufall sein.

Ich lerne daraus fĂŒr die nĂ€chste Nacht: Zu einer grĂ¶ĂŸeren HĂ€ngematte greifen und den Quatsch mit dem Filmen bei gedimmtem Licht bleiben lassen. 😉

Die zweite Nacht

Schlafen in der HĂ€ngematte: Nacht #02
Das AusrĂŒstung fĂŒr die zweite Nacht: NetzhĂ€ngematte und Bettdecke

In der zweiten Nacht habe ich mich fĂŒr eine NetzhĂ€ngematte von Lallax entschieden. Diese hat den großen Vorteil, dass sie in der Breite unglaublich flexibel ist. Außerdem ist sie auch deutlich lĂ€nger als die OutdoorhĂ€ngematte aus der ersten Nacht.

Zu Anfang habe ich bei offenem Fenster geschlafen (Außentemperatur: 16° C), was sich aber schnell als blöde Idee erwiesen hat. Wie es zu erwarten war, bin ich von unten total ausgekĂŒhlt. Ich habe das Fenster also dann doch geschlossen.

Irgendwann gegen 5 Uhr morgens wurde es dennoch von unten zu kalt und ich habe eine Wolldecke untergelegt, was es deutlich besser gemacht hat. Danach habe ich noch ziemlich lange weiter gepennt und bin nach etwa 9 Stunden Schlaf (Wochenende) sehr ausgeruht aufgewacht. Und 9 Stunden sind fĂŒr meine VerhĂ€ltnisse wirklich viel Schlaf.

RĂŒckenschmerzen hatte ich wieder keine. Im Gegenteil: Ich hatte das GefĂŒhl, etwas weniger steif und weniger in einer Schonhaltung aus der HĂ€ngematte aufzustehen, als ich es aus dem Bett tun wĂŒrde.

Vor und nach der Nacht habe ich mal kurz die Kamera angeworfen und ein bisschen was reingequatscht. In der Nacht an sich habe ich aus oben genannten GrĂŒnden nicht mehr mitgefilmt:

In der dritten Nacht greife ich entweder mal zu einer TuchhÀngematte, oder ich verbringe mal eine Nacht im Schlafsack. Mal schauen.

Die dritte Nacht

Schlafend in einer TuchhÀngematte
Die dritte Nacht in der HÀngematte schlafen: TuchhÀngematte und Bettdecke

Mittlerweile liegt die dritte Nacht in der HĂ€ngematte hinter mir. Dieses mal habe ich mich fĂŒr eine TuchhĂ€ngematte entschieden, die bei den aktuellen Temperaturen (ca. 19° C im Zimmer) völlig ausreichend war, um nachts weder zu frieren, noch zu schwitzen. Ich habe dabei wieder eine normale Bettdecke verwendet.

Die GrĂ¶ĂŸe der TuchflĂ€che war angenehm und ausreichend, allerdings war die LiegeflĂ€che bei weitem nicht so flexibel wie in der NetzhĂ€ngematte in der Nacht zuvor. Dennoch habe ich sehr bequem gelegen und eigentlich die ganze Nacht durchgeschlafen.

Meinem RĂŒcken geht es weiterhin sehr gut. Ich stehe morgens deutlich beschwingter auf (haha, Wortwitz) und muss nicht in einer leichten Schonhaltung den Tag beginnen. Wenn das so weiter geht, dann ist die HĂ€ngematte fĂŒr mich der ideale Schlafplatz, um etwas gegen meine RĂŒckenschmerzen zu tun. Allerdings ist es mir noch etwas zu frĂŒh, um hier ein abschließendes Urteil zu fĂ€llen.

Die vierte Nacht

Mit Schlafsack in der NetzhÀngematte
Die vierte Nacht in der HÀngematte schlafen: NetzhÀngematte und Schlafsack

In der vierten Nacht bin ich wieder auf die NetzhĂ€ngematte zurĂŒck gewechselt, da diese in Sachen Bequemlichkeit und AnpassungsfĂ€higkeit an den Körper bisher der Spitzenreiter meines kleinen Selbstversuches war.

Um das Problem der KĂ€lte von unten in den Griff zu bekommen, habe ich diese Nacht aber in einem Schlafsack verbracht, was fĂŒr den WĂ€rmehaushalt meines Körpers eine sehr gut Idee war. DafĂŒr habe ich mich fĂŒr einen mittlerweile 6 Jahre alten Meru Light Pack Micro Schlafsack mit der Komfortzone oberhalb von 10° C entschieden. Da es Nachts etwa 14° draußen hatte und mein Zimmer dabei auf etwa 16° C heruntergekĂŒhlt ist, war das wohl ganz passend.

Der Schlafsack in der HĂ€ngematte ist eine gute Idee, wenn man kein Problem damit hat, eher gerade zu liegen. Da ich Nachts normalerweise oft meine Beine „wild herumliegen“ habe, war es fĂŒr mich zunĂ€chst ungewohnt, aber nicht unbedingt schlecht. FĂŒr Outdoor-Anwendungen ist der Schlafsack ja ohnehin das Mittel der Wahl.

Ich habe mich nach der Nacht zum ersten mal gefragt, ob ich mein Bett zu schlafen vermisse. Die Antwort darauf ist momentan „Jein„. Das Einschlafen ist nach wie vor etwas ungewohnt, geht aber durch das leichte Schaukeln wahnsinnig schnell. Ich habe das GefĂŒhl, nachts öfters aufzuwachen, weil ein herumwĂ€lzen in der HĂ€ngematte mich eher aufweckt, als es das im Bett tut. Dennoch bin ich morgens extrem fit und nicht weniger ausgeschlafen, als nach einer Nacht auf der Matratze.

Was die RĂŒckenschmerzen angeht, bin ich wirklich begeistert. Ich spĂŒre hier mittlerweile einen deutlichen Unterschied. Ich werde das fĂŒr mich (nachdem die Woche rum ist) nochmal prĂŒfen, indem ich wieder einige NĂ€chte im Bett verbringe und schaue, ob es sich wieder zum schlechteren verĂ€ndert.

Die fĂŒnfte Nacht

Mann schlafend in La Siesta ReisehÀngematte mit Schlafsack
Die fĂŒnfte Nacht: La Siesta Colibri ReisehĂ€ngematte (fĂŒr 2 Personen), Schlafsack und Kopfkissen

In der 5. Nacht habe ich ich mich im Prinzip fĂŒr eine Outdoor-Kombination entschieden: Die La Siesta Colibri Doppel ReisehĂ€ngematte in Kombination mit einem Schlafsack.

Obwohl der Stoff aus Fallschirmseide etwas rutschig und weniger weich als Baumwollstoff ist, war die Nacht erstaunlich bequem und auch ausreichend warm. Im Zimmer waren es nachts etwa 14° C. Der Schlafsack schrĂ€nkt natĂŒrlich wie in der Nacht zuvor etwas in der Bewegung ein, aber ich habe mich schon fast daran gewöhnt und habe gut geschlafen.

Ich wache aus dem Schlaf immer noch öfters auf, als ich das im Bett tue, da die HÀngematte eben bei jeder Drehbewegung beginnt zu schaukeln. Ich denke allerdings, dass das eine reine Gewohnheitssache ist. Da man durch das leichte Schaukeln 0hnehin wieder sehr schnell einschlÀft, stört es mich wenig.

Obwohl die nacht mit nur 6 Stunden Schlaf leider sehr kurz war, war sie angenehm. Ich fĂŒhle mich relativ fit (zumindest nach einem Kaffee 😉 ) und freue mich auf die nĂ€chste Nacht. Im Anschluss wie immer noch ein kleines Video mit ein paar Worten von mir:

Die sechste Nacht

In der HĂ€ngmatte Schlafen - Nacht 6
Die sechste Nacht: Copa TuchhÀngematte, Bettdecke und Kopfkissen

Auch die vorletzte Nacht meines kleinen In der HĂ€ngematte schlafen Experimentes hat wenig Überraschungen bereitgehalten.

Diese Nacht habe ich in der La Siesta Copa HĂ€ngematte verbracht. Die hochwertige TuchhĂ€ngematte hatte einen sehr angenehmen Stoff (ĂŒbrigens 100% Bio-Baumwolle) und auch eine gute GrĂ¶ĂŸe um darin zu schlafen. Zusammen mit meiner Bettdecke war es auch ausreichend warm, obwohl ich diese Nacht auch das Fenster geschlossen hatte, da es draußen stark geregnet hat.

Meinem RĂŒcken geht es immer noch besser, als nach einer Nacht im Bett. Trotzdem freue ich mich auch nochmal auf eine Nacht im Bett, um nochmal den direkten Vergleich zu bekommen.

Wer meines Gelabers nicht schon lange mĂŒde ist, darf sich gerne noch das kurze Video anschauen:

Die siebte Nacht

Mann schlÀft in NetzhÀngematte
Die siebte Nacht: Lallax NetzhÀngematte, Schlafsack und Kopfkissen

So, die (vorerst) letzte Übernachtung in der HĂ€ngematten liegt nun hinter mir. Da sie bisher am bequemsten war, habe ich mich auch in der 7. Nacht wieder fĂŒr eine NetzhĂ€ngematte entschieden. Ich denke das ich darin auch im Sommer die meisten NĂ€chte verbringen werde, wenn die Temperaturen hier im Dachgeschoss stark ansteigen und ein normales Bett einfach zu heiß wird.

Damit es in dieser Nacht bei offenem Fenster nicht zu kalt wird, habe ich mich wieder fĂŒr den Schlafsack entschieden. Mittlerweile habe ich mich an die ausgestreckte Liegeweise darin schon gewöhnt, was in meinen Augen ziemlich schnell ging.

Die Nacht selber verlief ohne grĂ¶ĂŸere Überraschungen: Wie auch die letzten NĂ€chte bin ich beim Umdrehen immer kurz aufgewacht, aber auch schnell wieder eingeschlafen. RĂŒckenschmerzen hatte ich am nĂ€chsten Morgen wieder keine.

Hier zum Abschluss noch das Video der letzten Nacht, bevor ich ein kleines Fazit ziehe:

Fazit zum Selbstversuch

Nach ingesamt 7 NĂ€chten in der HĂ€ngematte will ich nun ein kleines Fazit ziehen, indem ich die wichtigsten Fragen aus meiner Erfahrung heraus beantworte.

Kann die HÀngematte ein Bett vollstÀndig ersetzen?

Nein. FĂŒr mich persönlich ist das keine Option. Gerade wenn man zu zweit in einer HĂ€ngematte schlafen wollen wĂŒrde, wird es schnell relativ unbequem. Aber auch alleine wĂŒrde ich mein Bett nicht abschaffen wollen, um es konsequent durch eine HĂ€ngematte zu ersetzen. Allerdings finde ich die HĂ€ngematte als gelegentliche Alternative sehr gut. Vor allem wenn es sehr warm ist, spielt die HĂ€ngematte ihre Vorteile voll aus.

Bekommt man vom Schlafen in der HĂ€ngematte RĂŒckenschmerzen?

Diese Frage ist wahrscheinlich stark von der jeweiligen Person abhĂ€ngig. Mir hat die flexible LiegeflĂ€che eher geholfen, denn nach eine Woche waren meine RĂŒckenschmerzen merklich schwĂ€cher ausgeprĂ€gt als vorher. Aber das ist natĂŒrlich auch nur eine subjektive Momentaufnahme, weshalb ich nicht behaupten will, dass HĂ€ngematten immer und jedem bei RĂŒckenschmerzen helfen können. Ich denke hier muss jeder seine eigenen Erfahrungen machen und es vielleicht einfach mal ausprobieren. Mit der richtigen Liegetechnik, die ich oben beschrieben habe, werden die RĂŒckenschmerzen aber zumindest nicht schlimmer.

SchlÀft man schaukelnd wirklich schneller ein?

Auch das kann ich natĂŒrlich nur subjektiv beantworten, aber bei mir war es der Fall. WĂ€hrend es in der ersten Nacht noch ungewohnt war, wurde ein leichtes Schaukeln in den folgenden NĂ€chten sehr angenehm. Allerdings wacht man nachts durch das Schaukeln beim umdrehen auch wieder schneller auf, zumindest wenn man einen beschwingten Schlaf nicht gewohnt ist, schĂ€tze ich.

Welche HĂ€ngematte war die bequemste zum Schlafen?

Ganz klar die NetzhĂ€ngematte. Das flexible Gewebe passt sich dem Körper optimal an und der Körper entspannt am besten. Danach folgt wohl die TuchhĂ€ngematte, danach die ReisehĂ€ngematte. Eine StabhĂ€ngematte habe ich gar nicht erst getestet. Was auch eindeutig aufgefallen ist: Je grĂ¶ĂŸer die HĂ€ngematte, desto besser. Sowas wie „zu groß“ gibt es bei HĂ€ngematten nicht, obwohl die rĂ€umlichen Gegebenheiten natĂŒrlich Grenzen setzen.

WĂŒrde ich den Versuch weiterempfehlen?

Unbedingt! Wenn du schonmal damit geliebĂ€ugelt hast, eine HĂ€ngematte zum Schlafen auszuprobieren, dann kann ich dich nur dazu ermutigen, es mal zu testen. Wahrscheinlich ist es nicht fĂŒr jeden was, aber wenn du ein wenig herumexperimentierst, wirst du einige sehr bequeme NĂ€chte verbringen können und findest vielleicht eine gute (wenn auch nicht dauerhafte) Alternative zu deinem Bett.

Über Lukas Kurth 40 Artikel
Hi, ich bin Lukas. Ich bin das Gesicht hinter deinem HÀngematten Ratgeber. Ich teste hier HÀngematten und Zubehör und gebe Tipps und Informationen rund ums AbhÀngen.

6 Kommentare

  1. Cool das du das wirklich ausprobiert hast! Aber das man in der HĂ€ngematte wirklich grade liegen kann und keine RĂŒckenschmerzen bekommt, kann ich mir nicht so richtig vorstellen…

  2. Hallo,
    bin zufĂ€llig auf Deinen Blog gestoßen, weil ich mich fĂŒr das Schlagen in einer HĂ€ngematte interessiere.
    Mich wĂŒrde interessieren, welchen Abstand es braucht, um die HĂ€ngematte in der Wohnung aufzuhĂ€ngen?
    Da Du recht groß bist, mĂŒssen das doch mindestens 5Meter sein, oder liege ich da falsch.

  3. Hallo Petra
    Meine HĂ€ngematte ist seit 14tagen im dauereinsatz brĂ€uchte min.ca. 2,80m von Wand zu Wand.(DafĂŒr wĂŒrde halt je 1.40m Leine ungenutz bleiben) um noch richtig zu hĂ€ngen,& ich verzichte bis auf weiteres auch gern auf das Bett, bei dem ich tĂ€glich mit RĂŒcken -Schulterschmerzen erwachte,Ich pers.habe eine um vieles bessere SchlafqualitĂ€t,das einzig negative es fĂ€llt mir schwer sie wieder zu verlassen!
    Hg B

    • Ich heiße zwar nicht Petra, aber es freut mich trotzdem, dass du gut in der HĂ€ngematte schlĂ€fst 😉

  4. Hi Lukas,

    ich möchte fĂŒr die Flitterwochen zwei HĂ€ngematten kaufen (Urlaub auf Menorca). Wollen in den HĂ€ngematten eine Woche ĂŒbernachten.
    Welche GrĂ¶ĂŸe (wir sind beide ca. 1,75m) der Lallax Maya kannst du uns empfehlen? Maya Tequilla M, S? reichen 1,70m Breite um bequem zu schlafen?
    Viele liebe GrĂŒĂŸe,
    Jonathan

  5. Schlafe jetzt seit einem Jahr durchgÀngig in der HÀngematte.
    Habe eine aus Fallschirmseide, 3m*2,8m.
    Im Winter mit Underquilt und Decke, im Somer nur mit SeitenschlÀferkissen.

    Meine Frau hielt mich zuerst fĂŒr bekloppt,inzwischen hĂ€ngt sie mit ihrer baugleichen Matte direkt daneben.

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